Die Möglichkeiten der Senkung der Kosten für Wasser und Abwasser sind natürlich begrenzt, da bei diesen Kostenarten auf Anbieterseite (naturgemäß) kein Wettbewerb herrscht. Dieser Beitrag zeigt dennoch einige Möglichkeiten, auch die Kosten der Be- und Entwässerung zu senken.

Senkung der Wasserkosten

Die meisten Versorger für Wasser, also Stadtwerke oder sonstige Wasserversorger, berechnen ihre Entgelte einerseits nach einem Grundtarif, andererseits nach einem Verbrauchstarif.

Grundtarif und überdimensionierte Hauptzähler

Der Vermieter hat allerdings nur auf den Grundtarif einen Einfluss. Denn dieser berechnet sich meistens anhand der Größe (Durchflussmenge) des Hauptwasserzählers. Häufig sind diese Zähler erheblich überdimensioniert. So genügt zum Beispiel ein Zähler mit einem Nenndurchfluss von Qn 2,5 für

  • 15 Wohnungen mit Druck-WC-Spüler bzw.
  • 30 Wohnungen mit WC-Spülkästen01)Ruff DWW 2014, 42 bzw. GE 2010, 744

SenkungWelcher Zähler im Objekt verbaut ist, kann der Vermieter ganz einfach aus der Rechnung des Wasserversorgers ersehen. Wenn sich danach Anhaltspunkte ergeben, dass der Hauptwasserzähler überdimensioniert ist, ist er verpflichtet, vom Versorger den Einbau eines kleineren Zählers zu verlangen. Der Versorger wiederum ist dann verpflichtet, eine Ermessensentscheidung vorzunehmen, die dem aktuellen Stand der Technik Rechnung trägt.02)BGH VIII ZR 97/09 GE 2010, 762 In der Regel wird das dazu führen, dass der Zähler gegen einen kleineren auszutauschen ist.

Tarifänderungen

Bei Tarifänderungen muss der Vermieter prüfen, ob der Versorger die Eingruppierung in die neuen Tarife korrekt vorgenommen hat. Generell empfiehlt sich die eingehende Prüfung der Wasserrechnung auch hinsichtlich der zugrunde gelegten Ablesewerte.

Überdurchschnittlicher Gesamtverbrauch

Einen überdurchschnittlich hohen Gesamtverbrauch hat der Vermieter beim Versorger zu reklamieren. Den Versorger trifft nämlich die Beweislast, dass der Zähler ordnungsgemäß funktioniert hat.03)KG GE 2013, 746

Häufige Rohrbrüche

Der wegen Rohrbrüchen gestiegene Wasserverbrauch ist natürlich nicht umlagefähig. Es liegt also im direkten Interesse des Vermieters, etwaige notwendige Instandsetzungsarbeiten vornehmen zu lassen und so diesem Kostentreiber entgegen zu treten.

Eigene Ablesung und Abrechnung der Mieterwasserzähler

Ein aus unserer Sicht ziemlich großes Einsparpotential birgt die Erstellung einer eigenen Wasserabrechnung anstelle der Beauftragung eines Messdienstleisters. Bei wenigen Wasserzählern in den Wohnungen ist das auch für Laien kein Problem. Die benötigten Ablesewerte kann der Vermieter sich von den Mietern mitteilen lassen, selbst ablesen oder von dem Messdienstleister ablesen lassen, ohne jedoch die eigentliche Abrechnung von dort zu beziehen. Erstellt der Vermieter die Abrechnung selbst, kann er sogar den (angemessenen!) Zeitaufwand hierfür als Kosten in Ansatz bringen. Das dürfte nach Erfahrung des Autors in jedem Fall günstiger sein, als die Abrechnung eines Messdienstleisters.

Einbau von Wassermengenreglern

Zuletzt kann der Vermieter auch dahingehend auf eine Kostensenkung hinwirken, dass er entweder selbst an den Wasserentnahmestellen Wassermengenregler verbaut oder seine Mieter dazu anhält. Die damit einhergehenden Wartungskosten sind umlagefähig, die Anschaffungskosten hingegen nicht. Dennoch ergibt sich durch die Kopplung der Entwässerungskosten an den Wasserverbrauch und durch die geringere Energiemenge der Wassererwärmung ein deutliches Einsparpotenzial.

Senkung der Abwasserkosten

Obige Ausführungen zu Tarifänderungen gelten hier gleichermaßen.

Sprengwasserabzug / Sprengwasserzähler

Manche Versorger bieten einen Abzug für Sprengwasser an. Dabei wird gemessen, welches Wasser aufgrund der Entnahmestelle nicht in das Abwassersystem eingeleitet wird und damit auch keine Kosten verursacht. Der Vermieter ist nach wohl überwiegender Ansicht verpflichtet, diese Möglichkeit zu nutzen und erforderlichenfalls einen Zwischenzähler setzen zu lassen. Wir halten das aber für nicht grundsätzlich richtig: Der Sprengwasserzähler unterliegt ebenfalls der Eichfrist, muss also turnusgemäß ausgetauscht oder nachgeeicht werden. Die dafür anfallenden Kosten sind umlagefähige Betriebskosten. Es muss sich also allein aus dem Gebot der Wirtschaftlichkeit herleiten lassen, dass dieser Aufwand gerechtfertigt ist verglichen mit der Gebührenersparnis. Das ist bei niedrigem Sprengwasserverbrauch schlicht nicht der Fall.

Niederschlagsentwässerung / Regenwasserabgabe

Immer mehr Versorger erheben eine Gebühr für das Regenwasser, welches wegen versiegelter Flächen in die Kanalisation eingeleitet wird. Der Vermieter ist hier bei der Ersteinführung verpflichtet, das richtige Aufmaß der versiegelten Flächen zu kontrollieren. Daneben ist es je nach Gebührenstaffelung notwendig, auch die korrekte Klassifizierung zu prüfen: Vollversiegelte Flächen werden zu 100 Prozent angesetzt, teilversiegelte Flächen hingegen häufig zu einem niedrigeren Anteil.

Unter Umständen kann es auch erforderlich sein, dass der Vermieter die Beseitigung etwaiger nicht benötigter versiegelter Flächen prüft. Wegen des damit verbundenen wirtschaftlichen Aufwandes (der nicht umlagefähig ist!) dürfte sich das Vermieterinteresse jedoch in Grenzen halten. Hingegen bei ohnehin geplanten baulichen Veränderungen kann es auch aus dem Gesichtspunkt der Senkung der Kosten hilfreich sein, auf Flächenversiegelungen zu verzichten. Vom optischen Aspekt mal ganz abgesehen.

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Fußnoten / Quellennachweis   [ + ]