Der größte Kostenblock bei den Aufzugskosten entsteht durch die Wartungskosten. Es gibt aus unserer Sicht zwei Stellschrauben, wie man diese Kosten senken kann. Aber auch der Stromverbrauch des Aufzuges ist nicht unerheblich, weshalb es auch hier deutliches Einsparpotenzial gibt.

Senkung der Wartungskosten

Die Wartungskosten des Aufzuges lassen sich einerseits durch Senkung des Wartungsturnus, andererseits durch einen Wechsel des Wartungsunternehmens erreichen.

Senkung des Wartungsturnus

AufzugskostenJe nach Alter und Zustand der Aufzugsanlage reicht ein jährlicher Wartungsturnus vollkommen aus. Aus unserer Sicht sind quartalsweise Wartungen unter Umständen noch vertretbar, wenn es sich um eine ältere Anlage handelt, die besonderer Aufmerksamkeit und Pflege bedarf.

Eine monatliche Wartung des Aufzuges eines Wohnhauses mit sieben Haltepunkten ist in jedem Fall zu hoch.01)AG Köln WuM 1987, 274 Dieser zu kurze Turnus verstößt hinsichtlich der Umlagefähigkeit gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Das hat zur Folge, dass die Aufzugskosten nicht in voller Höhe auf die Mieter umgelegt werden dürfen. Allenfalls bei Büro- oder Praxisgebäuden, deren Aufzüge im Prinzip ununterbrochen fahren, kann ein monatlicher Wartungsturnus gerechtfertigt sein.

Senkung der Aufzugskosten durch Wechsel des Wartungsunternehmens

Ohnehin sollte der Eigentümer mehrere Angebote für die Wartung des Aufzuges einholen, da die Preise je Anbieter erheblich differieren. Hierbei ergibt sich allerdings häufig das Problem, dass bei modernen Anlagen die Aufzugssteuerung codiert ist mit der Folge, dass ausschließlich der Hersteller über die notwendige Technik zur Wartung verfügt.

Es ist deshalb bei neuen Aufzugsanlagen bereits bei der Herstellung des Gebäudes – also bereits in der Planungsphase – auch darauf zu achten, welche Wartungskosten in der Zukunft (Bewirtschaftungsphase) zu erwarten sind. Gegebenenfalls ist es ratsam, nicht dem günstigsten Anbieter den Vorzug zu geben, dessen Anlage zwar preiswert erscheint, aber dessen Folgekosten in ungeahnte Höhen steigen.

Bei bestehenden Aufzugsanlagen, die nicht über eine codierte Aufzugssteuerung verfügen, lassen sich die Aufzugskosten auch und vor allem dadurch senken, dass ein vom Hersteller abweichendes Wartungsunternehmen die Wartungen durchführt. Nicht codierte Anlagen kann grundsätzlich jeder Fachbetrieb warten.

Senkung der Stromkosten des Aufzuges

Der wesentliche Kostentreiber der Stromkosten fällt beim Stillstand des Aufzuges an. So leuchtet die (meist schöne, aber oftmals überdimensionierte) Kabinenbeleuchtung rund um die Uhr. Hier kann einerseits ein Einspareffekt dadurch erreicht werden, dass die Kabinenbeleuchtung gegen LED-Technik getauscht wird. Andererseits kann sie so modifiziert werden, dass bei Nichtbenutzung des Aufzuges nur wenig bis gar kein Licht leuchtet und sich erst im Benutzungsfall die volle Beleuchtung eingeschaltet.

Weiterhin entsteht ein hoher Stromverbrauch durch das ständige Geschlossenhalten der Kabinentüren. Hier könne durch Einbau eines Frequenzumrichters Abhilfe schaffen.02)Meyer in GE 2009, 1030 Der Autor hat hierzu aber keine Erfahrungen.

Senkung der Kosten der technischen Prüfung

Die Kosten der Beihilfe zur TÜV-Prüfung und der notwendigen Prüfgeräte sind ebenfalls umlagefähige Kosten. Es ist eigentlich selbstverständlich, aber mit dem Wartungsunternehmen sollte vereinbart werden, dass diese Beihilfetermine immer zusammen mit einer Regelwartung der Aufzugsanlage durchzuführen sind. Das vermeidet doppelte Anfahrtskosten.

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