Zunächst einmal sind hiermit alle Kosten gemeint, die der Entwässerung innerhalb des Gebäudes (Hausabwässer) sowie auch der Grundstücksentwässerung (Niederschlagsentwässerung / Sielgebühren) dienen, wenn sie durch eine öffentliche Entwässerungseinrichtung gewährleistet werden (zu privaten Entwässerungseinrichtungen siehe unten). Die Hausabwässer werden anhand des Frischwasserverbrauchs errechnet, die Gebühren für die Grundstücksentwässerung werden nach Quadratmetern versiegelter Fläche (inkl. Dächern) ermittelt.

nebenkosten-blog.de Entwässerung

Es ist für die Umlagefähigkeit bei vollständiger Vereinbarung beider Betriebskostenarten unerheblich, ob über Wasserversorgung und Entwässerung eine einzige Rechnung der Wasserwerke / Gemeinde oder zwei getrennte Rechnungen von zwei Behörden erstellt werden. Auch drei unterschiedliche Rechnungen (Wasserversorgung, Entwässerung, Niederschlagsentwässerung) schaden der Umlagefähigkeit in der Nebenkostenabrechnung nicht.

Die Kosten der Wasserversorgung und Entwässerung können in der Betriebskostenabrechnung in einer Kostenposition abgerechnet werden, wenn ihre Gebührenermittlung auf dem Verbrauch des gleichen Zählers basiert.

Keine Kosten der Entwässerung sind Rohrbrüche oder sonstige Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Auch vorbeugende Rohrreinigung ist nicht umlagefähig, weil die sinnvollen Zeitabstände zu lang sind, als das noch von „laufenden Kosten“ ausgegangen werden kann.

Sprengwasserzähler und Gartenwasser

Wird für das Grundstück Gartenwasser / Sprengwasser für umlagefähige Gartenarbeiten verbraucht und sieht die jeweilige Entwässerungssatzung die Möglichkeit von Sprengwasserzählern vor, muss der Vermieter diese Möglichkeit der Kostensenkung nutzen. Andernfalls sind die Entwässerungskosten der Gartenbewässerung nicht umlagefähig.01)AG Brandenburg NZM 2011, 361 02)AG Schöneberg GE 1998, 1343 Ohnehin empfiehlt sich aus grundsätzlichen Erwägungen für die Einfachheit der Nebenkostenabrechnung die Installation eines Gartenwasserzählers. Für die Nebenkostenabrechnung genügt ein privater Zähler. Achtung: Hier ist dennoch auf Eichfristen zu achten!

Private Entwässerunganlage / Hebeanlage

Für hauseigene Entwässerunganlagen (Sickergrube oder biologische Kläranlage) sind die Kosten für die Abfuhr und Entsorgung der Restbestände (Klärschlamm, Wasser, Erde) umlagefähig, ferner die Kosten für Reinigungsmaßnahmen und die Wartung der Anlage.

Die Strom- und Wartungskosten für Entwässerungspumpen (Hebeanlagen) sind insgesamt umlagefähig. Gleiches gilt für Anlagen, die der Entwässerung von Grundwasser (Pumpensumpf) oder der Abfuhr von starkem Niederschlagswasser dienen (auch nur vorbeugende Vorhaltung dieser Anlagen).

Dichtigkeitsprüfungen der Abwasseranlagen

Alle fünf Jahre muss der Grundstückseigentümer die Dichtigkeit der Entwässerungsanlagen prüfen lassen. Bei hauseigenen Anlagen beträgt dieser Zeitraum 10 Jahre. Die Frist für die Erstprüfung lief 2015 ab. Manche kommunale Satzungen sehen eine Wiederholungsprüfung nur alle zwanzig Jahre vor.

Zur Umlagefähigkeit gilt hier: Solange der Prüfungsturnus noch überschaubar (und damit „laufend„) ist, dürfte die Umlagefähigkeit als Betriebskosten gegeben sein. Denn diese Prüfkosten sind nach dem Wortlaut der Verordnung („… Betriebs einer nicht öffentlichen Anlage“) für den Teil des Gebäudes bis zum öffentlichen Kanalnetz umlagefähig. Ein zwanzigjähriger Turnus ist nicht mehr „laufend“ und damit zu lang für eine Umlagefähigkeit. Notwendige Instandsetzungsarbeiten (eingedrungene Wurzeln etc.) sind nicht umlagefähig.

Abrechnungskosten für die Entwässerung

Obgleich in der Betriebskostenverordnung die Kosten der verbrauchsabhängigen Abrechnung der Entwässerungskosten wohl schlicht vergessen wurden, sind sie dennoch umlagefähig.

Umlage der Abwasserkosten in der Nebenkostenabrechnung

Wie die Kosten der Entwässerung in der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt werden und welcher Umlageschlüssel angewandt werden muss, steht hier.

Senkung der Kosten der Entwässerung

In diesem Beitrag zeigen wir einige Möglichkeiten, wie sich die Kosten der Entwässerung reduzieren lassen.

Fußnoten / Quellennachweis   [ + ]